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Protest vor dem Kreistag

Protest zeigt Wirkung: Erfolg für die Klinik-Beschäftigten!

Neuruppin/Kyritz. Was für ein Paukenschlag: Der Landrat scheitert mit Ablehnung der Sammelpetition der 932 Beschäftigten von Ruppiner Kliniken und Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdiensten. Am 31. März protestierten diese lautstark und enthusiastisch vor dem Kyritzer Kulturhaus. Dort tagte der Kreistag, um über ihre Sammelpetition zu befinden. Die Belegschaft forderte Landrat und Kreistag auf, sich dafür einzusetzen, dass das Neuruppiner Krankenhaus wieder in den Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) eintritt. Vor mehr als zwanzig Jahren ist das Gesundheitsunternehmen ausgetreten, sodass in den vergangenen Jahren Löhne massiv gedrückt werden konnten. Ein ordentliche Mitgliedschaft im KAV hätte zur Folge, dass nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes entlohnt wird.

Lohndrückerei an einem kommunalen Krankenhaus?

Die Beschäftigten in der Pflege werden erst seit drei Jahren zu 100% nach dem TVöD bezahlt. Anders verhält es sich bei den weiteren 600 nicht-ärztlichen Beschäftigten, die noch immer mit 91% vom TVöD abgespeist werden. Darunter zählen beispielsweise Arzthelfer, Logopäden, Psychologen, Apotheker, Physio-, Ergo-, Sprach-, Sport- und Musiktherapeuten. Hinzuzufügen ist, dass weite Teile der Belegschaft in zu niedrigen Entgeltgruppen eingruppiert werden und somit nicht den Lohn erhalten, der Ihnen zusteht. Anzumerken ist weiterhin, dass im 32. Jahr der Wiedervereinigung Deutschlands bei den Tarifverträgen noch immer zwischen Ost und West unterschieden wird. Bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation fallen die Lohne in unserer Region viel niedriger aus als in den alten Bundesländern. Die Spaltung innerhalb der Belegschaft und die ungerechte Bezahlung und Eingruppierung führt dazu, dass massive Teile der Belegschaft abwandern oder sich beruflich umorientieren. Selbst private Gesundheitskonzern wie die KMG Kliniken in Kyritz, Wittstock und Pritzwalk entlohnen besser.

Es geht um den Lohn, der den Leuten zusteht!

DIE LINKE hat einen größeren Anspruch an eine kommunale Krankenhaus-Holding! Wir fordern das, was allen Arbeitnehmer:innen zu stehen sollte: Gute Arbeit zu fairen Löhnen. Wir finden uns nicht damit ab, dass die 1.400 nicht-ärztlichen Klinik-Beschäftigten zum politischen Spielball des Landrates werden. Ralf Reinhardt (SPD) setzt weiter alles daran, die tarifliche Bezahlung zu verhindern. Somit gefährdet er bewusst die medizinische Schwerpunktversorgung im Brandenburger Nordwesten. Ihm sind Niedriglöhne wichtiger als dafür Sorge zu tragen, dass sich die Personalsituation der Ruppiner Kliniken verbessert.

DIE LINKE unterstützt den Arbeitskampf weiterhin. Tarifliche Bezahlung sorgt dafür, dass mehr Personal zurückkehrt und sich das Leistungsangebot für die Patient:innen verbessert, wodurch die Kliniken auch wieder mehr Leistungen abrechnen könnten.

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