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3. Warnstreik

Landrat kränkt und enttäuscht Beschäftigte

Neuruppin. Am 28.02./01.03. kamen die Beschäftigten von Ruppiner Kliniken und Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste zum dritten Warnstreik zusammen. Da die Geschäftsführung kein Entgegenkommen signalisiert hat, streikten sie erstmals zwei Tage am Stück. Die rund 200 Streikenden erhielten unerwarteten Besuch. Nachdem der Landrat Ostprignitz-Ruppins, Ralf Reinhardt (SPD), die ersten beiden Einladungen der Gewerkschaft ver.di ausschlug, positionierte er sich schließlich doch vor der Belegschaft der kommunalen Gesundheitsunternehmen. Anstatt nach Lösungen zu suchen, wie die Gehälter der Belegschaft an den Tarifvertrag des öffentlichen Dientes (TVöD) angepasst werden könnten, kränkte er die Belegschaft. Er warf ihnen vor, durch ihren Arbeitskampf die Notfallversorgung im Landkreis zu gefährden. Eine respektlose Unterstellung.

Verantwortung wird hin und her geschoben    

Reinhardt erwarte, dass sich kommender Protest ausschließlich an Land und Bund richtet. „Der Landkreis ist die falsche Adresse“, sagte er. Justin König, Vorsitzender der Linksfraktion im Kreistag, machte indes deutlich, dass es nach den Aufrüstungsankündigungen der Bundesregierung unrealistisch sei, dass Bund und Land mehr Gelder in die Rettung von Krankenhäusern zur Verfügung stellen. Der Landkreis steht als alleiniger Gesellschafter weiterhin in der Pflicht. König sagte: „Nichtstun ist wesentlich teurer als TVöD für alle! Durch tarifliche Bezahlung werden Anreiße gesetzt, dass Personal zurückkehrt. Dann könnten auch wieder mehr Leistungen abgerechnet werden, die aufgrund des Fachkräftemangels derzeit nicht erbracht werden. Lohndrückerei gefährdet hingegen die Gesundheit aller.“ Die fünfte Verhandlungsrunde ist für den 23. März angesetzt. Am 31. März wird im Kreistag über die Petition der 932 Beschäftigten befunden. DIE LINKE wird für gerechte Löhne einstehen.

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